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Lexikon der arabischen & levantinischen Küche

Safran (Za'faran): Die edlen roten Fäden für Reis, arabischen Kaffee und Desserts

Safran besteht aus den von Hand geernteten dunkelroten Stempelfäden einer Krokusart und gilt als das kostbarste Gewürz der Welt. Schon wenige in warmem Wasser oder Rosenwasser gezogene Fäden schenken Basmatireis, hellem arabischem Kaffee und Desserts einen goldgelben Ton und ein honigartig-blumiges Aroma.

Auch bekannt als:SafranfädenZa'faranEchter Safran

Richtig einweichen: So entfalten Safranfäden Farbe und Duft

Ganze Safranfäden gibt man niemals trocken direkt in siedendes Fett, da sich ihre wasserlöslichen Farb- und Aromastoffe so kaum öffnen. Stattdessen zerreibt man eine kleine Prise Fäden im Mörser (gerne mit einem Körnchen Zucker als Reibhilfe) und übergießt sie mit zwei bis drei Esslöffeln warmem Wasser, warmer Milch oder Rosenwasser. Nach zehn bis fünfzehn Minuten – oder auf einem langsam schmelzenden Eiswürfel – hat sich ein tief goldoranger Auszug gebildet, der Speisen gleichmäßig färbt und parfümiert.

Für zweifarbigen Basmatireis, arabischen Kaffee und Süßspeisen

In der Golfregion, im Irak, in der Levante und in der persischen Küche träufelt man das Safranwasser kurz vor Ende der Garzeit punktuell über den gedämpften weißen Basmatireis: Beim Auflockern mischen sich leuchtend gelbe Safrankörner unter den schneeweißen Reis. In der Kanne für hellen arabischen Kaffee (Qahwa Arabiyya) ziehen einige Safranfäden zusammen mit grünem Kardamom mit, und in Desserts wie Muhallabia, Milchreis oder Baklava-Sirup sorgt Safran für einen festlichen Glanz.

Echter Safran und Färberdistel (Usfur) im Vergleich

Echte Safranfäden sind tiefrot, leicht trichterförmig am oberen Ende und färben Wasser klar goldgelb, während der Faden selbst rot bleibt. Die im Orient ebenfalls verbreitete Färberdistel (Saflor, arabisch Usfur) dient als preiswerte natürliche Färbealternative – etwa für eingelegte gelbe Zitronen oder Reis –, besitzt jedoch nicht das intensive, leicht herbe Honigaroma des echten Safrans.

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Häufige Fragen

Warum weicht man Safranfäden vor dem Kochen in warmem Wasser oder auf Eis ein?
Die Farbpigmente (Crocin) und Aromastoffe lösen sich langsam in Flüssigkeit; durch das Vorziehen erhält man mit wenigen Fäden eine vielfach stärkere Färbung und Würzkraft.
Wie viele Safranfäden braucht man für einen Topf Reis?
Da echter Safran sehr ergiebig ist, genügen bereits 10 bis 15 Fäden (eine kleine Prise), um die Deckschicht eines großen Reistopfes oder eine Kanne arabischen Kaffee zu verfeinern.
Wie lagert man Safranfäden richtig?
Luftdicht verschlossen, trocken und vor allem lichtgeschützt im Schrank, da Tageslicht die Färbekraft und das Aroma schnell abbaut.

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