Lexikon der arabischen & levantinischen Küche
Tamarinde (Tamr Hindi): Fruchtige Säure für Ramadan-Getränke und Schmorgerichte
Tamarinde (arabisch Tamr Hindi, „indische Dattel“) ist das dunkelbraune, süß-saure Fruchtmark aus den Schoten des Tamarindenbaums. In der arabischen Küche dient sie als Basis für das eiskalte Getränk Tamr Hindi im Ramadan sowie als fruchtige Säure für Eintöpfe, Weinblätter und Fisch.
Gepresste Tamarindenblöcke und fertiges Sirup-Konzentrat
Im orientalischen Vorratsschrank begegnet man Tamarinde in zwei Formen: als fester, dunkelbrauner Block aus getrocknetem Fruchtmark und als süßes Tamarindensirup-Konzentrat in der Flasche. Während das flüssige Konzentrat bereits gesüßt und gefiltert ist, besteht der gepresste Block aus reinem, ungesüßtem Tamarindenmark, das vor der Verwendung in warmem Wasser eingeweicht, durchgeknetet und durch ein feines Sieb gestrichen wird.
Das klassische Ramadan-Getränk Tamr Hindi
In Syrien, dem Libanon, Palästina, Ägypten und dem Irak gehört ein großes Glas eiskalter Tamr Hindi mit Eiswürfeln und einem Hauch Rosenwasser oder Orangenblütenwasser auf jede Iftar-Tafel im Ramadan. Mit dem fertigen Sirup-Konzentrat gelingt das Getränk in Sekunden, indem man einen Teil Sirup mit vier bis fünf Teilen kaltem Wasser aufgießt; wer den Trockenblock nutzt, kocht den gefilterten Auszug selbst mit Zucker auf.
Runde, fruchtige Säure in der herzhaften Küche
Ungesüßtes Tamarindenwasser verleiht herzhaften Gerichten eine samtige, pflaumenartige Säure, die milder und tiefer wirkt als reiner Zitronensaft. Typische Beispiele sind das Damaszener Linsen-Teig-Gericht Harak Osbao, aleppinische Kibbeh-Eintöpfe, irakische Dolma (gefülltes Gemüse und Weinblätter) sowie würzige Fischcurrys und Okra-Schmortöpfe am Persischen Golf.

