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Lexikon der arabischen & levantinischen Küche

Mate in Syrien und im Libanon: Wie Yerba Mate mit Bombilla zum levantinischen Kultgetränk wurde

Durch Rückkehrer aus Argentinien wurde südamerikanischer Yerba Mate vor über hundert Jahren in Syrien und im Libanon zum beliebten Alltagsgetränk. Nach levantinischer Art bekommt jeder Gast ein eigenes kleines Glas mit Metalltrinkhalm (Bombilla) und gießt immer wieder heißes Wasser nach.

Auch bekannt als:Syrischer & libanesischer Mate-TeeYerba MateMate mit Bombilla-Trinkhalm

Von Buenos Aires in die Berge Syriens und des Libanon

Kaum jemand außerhalb der Levante ahnt, dass Syrien der weltweit größte Importeur von südamerikanischem Yerba Mate außerhalb Südamerikas ist. Die Geschichte begann Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts: Tausende Syrer und Libanesen wanderten nach Argentinien aus, und wer in seine Heimatregionen – etwa nach as-Suwaida, in das Qalamun-Gebirge (an-Nabk, Yabrud), nach Homs, Tartus, Latakia oder ins libanesische Schuf-Gebirge – zurückkehrte, brachte die grünen Mate-Pakete und die silbernen Siebtrinkhalme im Gepäck mit.

Das syrisch-libanesische Ritual: Ein eigenes Glas für jeden Gast

Anders als in Argentinien oder Uruguay, wo eine einzige Kalebasse im Kreis herumgereicht wird, hat sich in Syrien und im Libanon eine eigene Tischkultur entwickelt: Jeder am Tisch erhält sein eigenes kleines Teeglas (oder einen kleinen Holzbecher, die „Jozeh“) sowie einen eigenen Edelstahl-Siebtrinkhalm (auf Arabisch „Massaset al-Mate“ oder „Bombilla“). Man füllt das Glas knapp zur Hälfte mit trockenen Mateblättern, spült sie optional einmal kurz mit lauwarmem Wasser ab und gießt dann aus einer Thermoskanne oder einem Teekessel auf einem Stövchen immer wieder heißes – aber niemals kochendes – Wasser (ca. 70 bis 80 °C) in kleinen Schlucken nach.

Mit Kardamom, Minze oder Orangenschale und gerösteten Kernen

Viele Genießer in Syrien und im Libanon geben ihrem Mate eine orientalische Note: Eine leicht angedrückte grüne Kardamomkapsel, ein Blättchen frische Minze, ein Stückchen unbehandelte Orangen- oder Zitronenschale oder eine kleine Prise Zucker verfeinern den kräftig-herben Aufguss. Dazu stehen auf dem Tisch fast immer geröstete Kerne (Bizr), Nüsse, Trockenfrüchte oder knuspriges Sesam-Kaak.

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Häufige Fragen

Warum darf man Mate-Blätter nicht mit sprudelnd kochendem Wasser übergießen?
Kochendes Wasser (100 °C) verbrennt die feinen Mateblätter sofort, macht den Aufguss extrem bitter und laugt das Aroma schon nach dem zweiten Aufguss aus; ideal sind 70 bis 80 °C.
Worin unterscheiden sich „Grüner Mate“ und „Weißer Mate“?
Grüner Mate ist etwas kräftiger und feiner geschnitten mit intensiv-herber Note; Weißer Mate reift länger mit einem höheren Stängelanteil und schmeckt milder und runder.
Wie reinigt man den Bombilla-Trinkhalm aus Edelstahl gründlich?
Man kocht die Edelstahl-Bombillas alle paar Wochen für 10 Minuten in einem Topf mit Wasser und einem Esslöffel Natron aus und spült sie anschließend klar ab.

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