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Lexikon der arabischen & levantinischen Küche

Türkischer Kaffee & Mokka mit Kardamom: Zubereitung in der Rakweh und perfekter Schaum

Türkischer Kaffee (in der Levante und Ägypten meist nach dem Stielkännchen Rakweh oder Kanaka benannt) wird aus staubfein gemahlenen Arabica-Bohnen direkt mit kaltem Wasser und optional Zucker aufgekocht. In Syrien, dem Libanon und Ägypten verfeinert man ihn traditionell mit frisch gemahlenem grünem Kardamom.

Auch bekannt als:Mokka aus der Rakweh / CezveLevantinischer Kaffee mit KardamomQahwa Mazbouta / Türkischer Mokka

Rakweh, Kanaka und Cezve: Das tägliche Kaffeeritual im Orient

Ob in Damaskus, Beirut, Kairo oder Istanbul: Der in einem langstieligen Kännchen (auf Syrisch und Libanesisch „Rakweh“, auf Ägyptisch „Kanaka“, auf Türkisch „Cezve“) aufgebrühte Mokka ist das Herzstück der morgendlichen Kaffeekultur und jeder Gastfreundschaft. Sein wichtigstes Merkmal ist der Mahlgrad: Die Bohnen werden nicht wie für Filterkaffee oder Espresso geschrotet, sondern auf speziellen Stein- oder Kegelmühlen so pudrig-fein wie Puderzucker oder Kakao vermahlen und ungefiltert in kleinen Mokkatassen serviert.

Der levantinische Unterschied: Grüner Kardamom und vier Süßegrade

Während der Mokka in der Türkei meist pur gebrüht wird, gehört in Syrien, dem Libanon, Palästina und Jordanien frisch mitvermahlenes grünes Kardamompulver (Hal) fast immer dazu; in Ägypten ist zudem „Qahwa Muhawaga“ mit Kardamom, einer Spur Mastix und Muskat beliebt. Da in der Tasse später nicht mehr umgerührt wird (damit sich der Kaffeesatz absetzt), gibt man den Zucker schon vor dem Erhitzen ins kalte Wasser – nach vier klassischen Bestellstufen: „Sada“ (ungesüßt), „Ala al-Riha“ (ein Hauch Zucker), „Wasat / Mazbout“ (mittel, meist ein Teelöffel pro Tasse) oder „Helweh / Ziyada“ (süß).

Das Geheimnis des dichten Schaums („Wesh“): Kaltes Wasser und Geduld

Das Qualitätsmerkmal jedes guten Mokkas ist eine geschlossene, haselnussbraune Schaumkrone – im Arabischen „Wesh“ (Gesicht) genannt. Dafür verrührt man pro Mokkatasse einen gehäuften Teelöffel staubfeinen Kaffee und den gewünschten Zucker zuerst im kalten Kännchen mit eiskaltem Wasser. Auf kleinster Flamme erhitzt man den Kaffee langsam, ohne noch einmal zu rühren: Sobald der dichte Schaum am Rand hochsteigt (noch bevor der Kaffee sprudelnd kocht), verteilt man den Schaum mit einem Teelöffel auf die Tassen, lässt das Kännchen noch einmal kurz aufwallen und gießt behutsam am Tassenrand nach.

Häufige Fragen

Warum setzt man türkischen und levantinischen Kaffee immer mit kaltem Wasser an?
Nur mit kaltem Wasser und sehr langsamer Hitze löst sich das staubfeine Kaffeepulver gleichmäßig und bildet vor dem Siedepunkt eine dichte, cremige Schaumschicht (Wesh).
Was ist der Unterschied zwischen türkischem Kaffee mit Kardamom und arabischem Golf-Kaffee?
Türkischer bzw. levantinischer Mokka ist dunkel oder mittel geröstet, staubfein gemahlen und dickflüssig mit Kaffeesatz; arabischer Golf-Kaffee (Qahwa Arabiyya) wird aus sehr hell gerösteten, grob geschroteten Bohnen mit Kardamom und Safran wie ein goldgelber Sud gekocht.
Warum wird zum Mokka immer ein Glas kaltes Wasser und Lokum gereicht?
Ein Schluck kaltes Wasser vor dem ersten Nippen klärt den Gaumen für das Kaffeearoma, während ein Würfel Lokum (Turkish Delight) oder Baklava einen feinen süßen Kontrast zum kräftigen Mokka bildet.

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